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Das Kloster der toten Brüder Miguel de Torres: Baroja sehen - und sterben? |
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Band Nr. 51
Autor: Miguel de Torres
Titelbild: Michael Mittelbach
Preis 5,- Euro
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Leseprobe:
Das Portal war geschlossen. Manuel drückte die schwere, eiserne Klinke nieder, doch die Tür bewegte sich nicht. Alberto trat hinzu und half, doch erst als sich auch noch Andrea mit aller Kraft gegen die Tür stemmte, begann diese, sich langsam und geräuschvoll nach innen zu bewegen. Dennoch kostete es die drei Studenten mehrere schweißtreibende Minuten, bis sie endlich einen Spalt geschaffen hatten, der groß genug war, dass sich ein Mensch hindurchzwängen konnte.
Das hohe, mehr als zwanzig Meter lange und zehn Meter breite Kirchenschiff wurde durch drei versetzt angeordnete Fenster, die sich über dem Eingangsportal befanden, ausreichend erhellt. Das Schiff war leer bis auf den Altar sowie hölzerne Chorgestühle, die sich links und rechts an den Wänden hinzogen und deren Holz vor Alter schwarz geworden war. Doch als sie ihre Blicke nach oben wandten, stockte den Besuchern der Atem: Dort, wo normalerweise ein Gewölbe das Kirchenschiff abschloss, befand sich in dieser Kirche eine Felsendecke.
Alberto pfiff durch die Zähne. "Sie haben sie einfach in den Felsen hineingebaut!" Ohne sich dessen bewusst zu werden, hatte er sehr leise gesprochen, beinahe geflüstert. "Genau wie den Kreuzgang!"
Manuel nickte und deutete nach oben. "Nicht nur das! Der Fels war auch bemalt, seht ihr?" In der Tat wies das natürliche Gewölbe Spuren von einstmals bunter Bemalung auf, allerdings zu wenig und zu stark verblasst, um die Darstellungen ohne ausführliche Untersuchungen klassifizieren zu können.
"Und dort!" Alberto wies nach vorne, wo hoch über dem Altar drei halbkreisförmige Chorhäupter das Kirchenschiff krönten, die aus dem nackten Felsen herausgehauen worden waren.
"Wahrscheinlich mussten die Erbauer gar nicht viel nachhelfen", überlegte Manuel, wobei er sich ebenso wie Alberto eines Flüstertons bediente. "Sie haben die Kirche einfach an die von der Felsbeschaffenheit her günstigste Stelle gesetzt und dann die Wände hochgezogen."
"Klar!", ergänzte Alberto sarkastisch. "Alles ganz einfach!"
"Und was ist das?"
Andrea war einige Schritte vorgetreten und stand nun beinahe im Zentrum der Kirche. Sie deutete auf eine Stelle am Boden, die sich etwas links von der Mitte zwischen ihr und dem Altar befand. Einige der schweren, quadratmetergroßen Steinplatten, die den Fußboden bildeten, waren eingebrochen, so dass an dieser Stelle ein etwa zwei Meter durchmessendes, gezacktes Loch gähnte.
"Die Krypta!", rief Manuel aus. Vorsichtig trat er an den schwarzen Abgrund heran. "Ich brauche eine Taschenlampe!"
Bereitwillig eilte Alberto aus der Kirche und zum Kreuzgang, wo sie ihre Rucksäcke abgesetzt hatten. Zwei Minuten später war er wieder zurück und reichte seinem Freund die größere der beiden Taschenlampen, die sie mit sich führten.
Ungeduldig nahm sie ihm Manuel aus der Hand und schaltete sie ein. Gespannt folgten die Blicke der beiden dem grellen Lichtkegel, während Andrea nach wie vor in der Mitte der Kirche stand und sich nicht vom Fleck rührte. Sie schien nicht erpicht auf weitere Entdeckungen zu sein.
"Särge!", stieß Alberto hervor, nachdem er einen ersten Blick in die Tiefe geworfen hatte.
Manuel nickte. "Die Grablege der Mönche, die einst hier gelebt haben. Aber fällt dir etwas auf?"
Alberto starrte angestrengt in das Loch und runzelte dann die Stirn. "Die Unordnung! Die Särge sind nicht ordentlich an der Wand entlang aufgestellt, sondern liegen kreuz und quer durcheinander! Ob vielleicht ein Erdbeben ...?"
"Hier?" Manuel verzog das Gesicht. "Und die Kirche blieb dabei unbeschädigt? Das glaubst du doch wohl selbst nicht!" Er umrundete langsam das Loch, wobei er den Lichtkegel der Taschenlampe aus verschiedenen Richtungen in die Krypta fallen ließ.
"Da!", stieß er plötzlich hervor. "Einer der Sargdeckel ist offen!"
Soweit unsere Leseprobe: Weiter geht es im Roman!