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Selbstbedienung / Fahrstuhl





Band Nr. 1

Autor: Iris Berg

Titelbild: Felix

Preis 5,- Euro


Leseprobe:


»Sag mal, machst du es dir auch manchmal selbst?« fragte Waltraud geradeheraus.


Ihre beste Freundin Ulrike erschrak regelrecht. Sie tat entrüstet. »Wie kommst du zu einer solchen Frage?«


»Naja, ich meine halt... Sind wir nun die besten Freundinnen oder nicht?«


»Ja, was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?«


»Ich meine halt, Ulrike, daß man da keine dummen Geheimnisse voreinander haben sollte.«


»Haben wir doch gar nicht - oder, Waltraud? Wenn ich daran denke, was ich dir alles erzählt habe über mich und Serge...«


»...und ich über mich und Gunther!« fiel ihr Waltraud ins Wort. »Das meine ich doch gar nicht, Ulrike. Aber ich habe kürzlich im Fernsehen eine Sendung gesehen über Selbstbefriedigung. Da haben die auch gesagt, daß sowohl Männer als auch Frauen enorme Probleme hätten, darüber zu reden. Männer geben es eher selten zu, daß sie es tun - und Frauen schon mal überhaupt nicht! Nicht einmal gegenüber ihren besten Freundinnen. Da gibt es immer noch das tiefverwurzelte Vorurteil: Wir Frauen brauchen das ja gar nicht - das, was man Sex nennt. Wir Frauen suchen nur die Zärtlichkeit. Natürlich von dem Mann, den wir lieben und von dem auch wir geliebt werden. Darüber hinaus jedoch...«


»Ich finde das Thema echt blöd!« regte Ulrike sich auf. »Haben wir denn nichts anderes mehr zu bereden als die Schlüpfrigkeiten anderer Leute?«


Jetzt mußte Waltraud unwillkürlich lachen. »Aha, Ulrike, jetzt wird es mir klar: Du würdest es niemals zugeben - nicht einmal mir gegenüber.«


»Quatsch, denn da gibt es überhaupt nichts zuzugeben!« trumpfte Ulrike auf, aber die leichte Röte, die ihr dabei ins Gesicht stieg, strafte sie Lügen.


Waltraud betrachtete ihre schlankgewachsene Freundin von Kopf bis Fuß, als würde sie Ulrike heute zum ersten Mal richtig sehen. »Ich bin ehrlich überrascht, Ulrike... Klar, wir haben niemals darüber gesprochen, obwohl wir uns schon von Kindesbeinen an kennen. Weil Frauen darüber eben niemals sprechen. Sie reden über sich und ihre Männer. Auch über Intimitäten, klar, das auch... Aber niemals über die Intimitäten, die sich abspielen, wenn sonst niemand dabei ist, nicht wahr? Aber das ist durchaus in Ordnung so. Man will sich ja nicht bloßstellen. Vor allem will man nicht den Eindruck erwecken, daß man für sexgierige Männer leichtes Spiel ist, nur weil man so etwas wie sexuelle Bedürfnisse über die Partnerschaft hinaus zugibt. - Ein uraltes und vor allem überaus blödes Vorurteil, das nicht nur Frauen haben, sondern leider auch ihre Männer. Da bin ich froh, daß ich mich neulich mit Gunther ausgesprochen habe. Ich habe es nämlich nicht mehr länger ausgehalten.«


»Wie, was? Du hast dich mit deinem Gunther über... so etwas unterhalten?«


»Ja, Ulrike, das habe ich! Ich habe ihn gefragt, ob er es sich selber macht.«


»Das ist nicht wahr!«


»Ist es doch, Ulrike. Ich habe ihn einfach gefragt.«


»Und was hat er geantwortet?«


»Er wurde ärgerlich - genauso wie du vorhin!«


Ulrike konnte ihrem Blick nicht mehr standhalten. Sie wandte sich ab. »Was hat das denn nun mit mir zu tun?«


»Eine ganze Menge, Ulrike, denn es ist die übliche Reaktion. Männer behaupten, sie hätten es nur getan, als sie noch pubertiert hätten. Weil... ein richtiger Mann - als wäre das davon abhängig! - hat dafür ja eine Frau. Und wenn er keine Frau dafür hat, muß er sich eine suchen. Als wäre eine Frau wirklich nur dafür da und zu sonst nichts nütze. Ich begreife nicht, daß wir Frauen uns eine solche Haltung überhaupt gefallenlassen. Und wir verstärken diese blödsinnigen Vorurteile auch noch damit, daß wir so tun, als sei das durchaus in Ordnung. - Ist es eben ganz und gar nicht!«


Ulrike schaute sie jetzt wieder an. Sie war ziemlich außer Fassung und schüttelte jetzt sogar den Kopf. »Wenn ich dich so reden höre, Waltraud... Du klingst, als wärst du plötzlich eine Fremde. Ich meine, so hast du doch noch nie gesprochen.«


»Na, dann ist es ja wirklich an der Zeit.«


»Und dein Freund, der Gunther? Wie ging es denn eigentlich weiter?«


Waltraud lächelte verschmitzt. »Aha, jetzt ist auf einmal das Thema doch interessant für dich, nicht wahr? Es betrifft dich ja auch nicht mehr so direkt. Du brauchst nichts zu antworten, was dir unangenehm ist. Du brauchst auch nicht zu lügen.« Sie winkte mit beiden Händen beschwichtigend ab. »Nein, Ulrike, sage jetzt nichts! Ich will dir erst einmal erzählen, wie es weiterging mit Gunther.« Und sie erzählte:


»Also..., Gunther war zunächst empört, aber ich ließ es einfach nicht zu, daß auf diese Weise das Thema gleich wieder abgewürgt wurde. Und ich sagte ihm, daß ich durchaus nicht zu der Sorte Frauen gehöre, die eifersüchtig reagieren, wenn sie erfahren, daß ihr Freund oder Ehemann es selber macht und damit in ihren Augen so etwas wie fremdgeht. Zumindest gehen sie dabei ja in Gedanken fremd, nicht wahr? Nun, ich sagte meinem Gunther, daß er da keine Sorge zu haben bräuchte. Umgekehrt nämlich würde ich mir selbstverständlich dasselbe Recht herausnehmen. Schließlich leben wir in einer Zeit der gewissen Gleichberechtigung. Und wenn ein Mann sich selber streichelt und dabei an andere Frauen denkt, mit denen er es - wenn auch nur in Gedanken - treibt, bis es ihm kommt, dann steht dieses Recht einer Frau doch auch zu, nicht wahr? Und für mich ist das eben ganz und gar kein Fremdgehen.«


»Wie konntest du nur!« rief Ulrike aus. Aber es klang keineswegs empört, auch wenn es wahrscheinlich so beabsichtigt war. »Ich meine, wie konntest du Gunther das antun? Wir wissen doch, daß alle Männer es heimlich tun. Jede vernünftige, aufgeklärte Frau weiß das.«


»Ja, aber wir verdrängen es und sprechen so gut wie nie darüber. Und ganz und gar nicht sprechen wir darüber, daß wir selber auch nicht anders sind.«


Ulrike wich mal wieder Waltrauds forschenden Blicken aus.


Waltraud fuhr fort: »ich habe sogar noch eins draufgesetzt, indem ich ihm gesagt habe, daß ich es gern mal sehen würde, wie er es macht, wenn er mit sich allein ist!«


»Was?« Ulrike war vollkommen entsetzt.


»Paß mal auf, Ulrike, um das klarzustellen. Sieh mich jetzt genau an, während ich dir das sage... Ja, also: Dies da, was du siehst, das ist mein eigener Körper. Und was immer ich damit tu, ist in erster Linie meine eigene Angelegenheit. Stimmst du damit mit mir überein? Nun gut, dann weiter: Wenn ich also eine Freude daran habe, mir zwischen die Beine zu fassen und an meinen Schamlippen zu reiben, dann ist das allein meine Angelegenheit. Wer wollte mir denn das verbieten? Genauso wenig kann ich Gunther verbieten, wenn er seinen steifen Penis in die Hand nimmt und sich einen herunterholt. Es ist ganz allein seine Angelegenheit. Und das habe ich ihm genauso gesagt, wie ich es jetzt dir sage.«


»Wie - wie hat er denn darauf reagiert?«


»Er war ziemlich fassungslos. Genauso wie du. Aber ich blieb ganz cool. Ich habe ihm gesagt, daß ich es genauso handhabe wie er. Vielleicht nicht so oft wie er. Aber das spielt ja wohl keine Rolle. Und ich würde ihm gern einmal dabei zusehen. Ich habe es noch nie gesehen, wenn ein Mann es sich macht. Und schließlich ist er mein Intimpartner. Wir schlafen miteinander schon seit Jahren. Und da sollte ich ihm nicht zuschauen dürfen?«


»Hat - hat er denn eingewilligt?«


»Nicht sofort. Erst als ich ihm gesagt habe, daß ich es auch gern mal hätte, wenn er mir zuschaut, weil mich das bestimmt errege.«


»Wie bitte?« Ulrike vergaß, den weit offenstehenden Mund wieder zu schließen.


»Ja!« sagte Waltraud bestimmt. »Ich habe gesagt: »Nun pack schon deinen Penis aus und tu es!« Er hat geantwortet, er sei nicht in Stimmung. Da habe ich mich in den Sessel gesetzt und die Beine gespreizt. Ich habe beide Beine rechts und links über die Lehnen gehängt und meinen Rock hochgehoben....


Weiter geht es in Band eins unserer aufregenden Reihe von und mit IRIS BERG!